Zwischen Alter und Neuer Welt

Zwischen Alter und Neuer Welt
Kompositionsauftrag und Konzert mit zeitgenössischer Musik aus Brasilien

 

Im Rahmen des Projektes Zwischen Alter und Neuer Welt anlässlich des Kulturhauptstadtjahres beteiligt sich Netzwerk Musik Saar mit einem Kompositionsauftrag und der Veranstaltung eines Konzertes, das in Ettelbruck (L) wiederholt werden soll.

Die Förderung der Zeitgenössischen Musik, nicht zuletzt das Erteilen von Kompositionsaufträgen, ist eine der vornehmsten Aufgaben des Fördervereins Netzwerk Musik Saar.

Die Uraufführung zwei neuer Werke des jungen brasilianischen Komponisten Alexandre Lunsqui, eines der hervorragendsten Komponisten Brasiliens seiner Generation, wird im Rahmen eines musikalischen Programmes durchgeführt, das in vielfältiger Weise die Thematik des Projektes Zwischen Alter und Neuer Welt reflektiert. Zum einen werden die neuen Kompositionen Lunsquis mit der Aufführung zeitgenössischer Kompositionen brasilianischer (Marcos Masquita) und sich ausdrücklich auf Brasilien beziehender Provenienz (Gregory Beyer) verbunden. Zum anderen gelangt mit Rude Poema eine der avanciertesten Kompositionen des für die südamerikanische Musik grundlegenden Komponisten Heitor Villa-Lobos zur Aufführung. Der hier vorherrschende Bezug zu kreolischer und indianischer Musik (in Rhythmik und den verwendeten Skalen) wird durch den Gebrauch des Berimbaus in den zeitgenösischen Kompositionen Beyers und Lunsquis reflektiert. Der Musikbogen Berimbau (sprich: birimba-u) ist ein Perkussions-Instrument aus dem Nordosten Brasiliens. Er besteht aus einem gebogenen Holzstock (dem Arco aus Biriba-Holz), einem daran am oberen und unteren Ende befestigten Draht als Saite (oft aus alten Autoreifen entnommen) und einem aufgeschnittenen, ausgehöhlten Kürbis (Cabaça), der am unteren Drittel des Bogens über Saite und Bogen befestigt wird und als Resonanzkörper dient.

Gregory Beyer, Assistant-Professor für Schlagzeug an der Northern University of Illinois, ist nicht nur ein Virtuose, sondern zugleich einer der international renommiertesten Spezialisten für Südamerikanische Schlaginstrumente. Zusammen mit dem Musikethnologen Helmut Brenner (Saarbrücken/ Graz), der sich als Beauftragter der UNESCO, um die Erforschung der Instrumentengeschichte Südamerikas auf internationaler Ebene verdient gemacht hat, wird Gregory Beyer im Zusammenhang mit dem Konzert die erstaunlich reiche Geschichte der Musik Lateinamerikas zwischen afrikanischer, indianischer und europäischer Kultur vorstellen.

 

Termine:

30.11. 2007 (Saarbrücken)
01.12. 2007 (Ettelbruck)

 

Programm:

Alexandre Lunsqui
Neues Werk Piano solo
(Auftrag von Netzwerk Musik Saar) 15’

Greogory Beyer
Bahian Counterpoint für Berimbau 16’

Marcos Mesquita
Vol (UA) für Schlagzeug und Klavier 10’

PAUSE

Heitor Villa-Lobos
Rude Poema 18’

Alexandre Lunsqui
Iris (2001) para Berimbau 7’

Alexandre Lunsqui
Neues Werk für Duo (piano und Berimbau)
(Auftrag von Netzwerk Musik Saar) 10’

 

Rei Nakamura (Klavier) wurde 1977 in Tokyo, Japan geboren und siedelte1980 nach São Paulo, Brasilien um.
Ab 1982 erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht. 1997 – 2002 studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg Klavier bei Prof. James Avery. 1999-2001 nimmt sie einen zusätzlichen Cembalo-unterricht bei Michael Behringer. 2002 schloß sie Ihr Studium mit dem Diplom an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg und 2005 das künstlerischen Aufbaustudium mit Auszeichnung an der Staatlichen Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater im Fachbereich Neue Musik, Hauptfach Klavier bei Frau Yukiko Sugawara-Lachenmann und Dr. Andreas Wagner. Rei Nakamura ist Preisträgerin verschiedener nationaler Klavierwettbewerbe in Brasilien (u.a. Tarde da Juventude Villa-Lobos –1990; Artlivre – 1991,93,94; Cidade de Aracatuba-1994; Escola Magda Tagliaferro – 1995 sowie beim Internationalen Klavierwettbewerb „YBP“ in Japan. Zahlreiche Konzerte und Teilnahme an diversen Festivals ( u.a. 5. Internationales Pianoforum Heilbronn, ...antasten; 8 e festival rendz vouz musique nouvelle in Forbach, Frankreich; Stockholm, Amsterdam, Paris, Brüssel, Zürich, Berlin, São Paulo) belegen ihre künstlerische Arbeit.

Greg Beyer (Perkussion) gewann 2002 den zweiten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb von Genf. Er konzertiert und unterrichtet in den USA, Europa und Brasilien. Er brachte zahlreiche Werke zur Uraufführung, darunter etwa Heinz Holligers Ma’mounia und vergibt regelmäßig Kompositionsaufträge für Werke für Soloperkussion. Sein besonderes Interesse gilt dem Projekt O Berimbau, das der Erforschung der Geschichte dieses Instruments und der Vergabe von Kompositionsaufträgen für dieses Instrument dient.
Beyer ist Mitbegründers des Duos DUE EAST und hat u.a. mit dem Orpheus Chamber Orchestra, Speculum Musicae, So Percussion, dem Orchestra of St. Luke’s, NewBand, Sequitur, Absolute Ensemble, und dem S.E.M. Ensemble konzertiert bzw. aufgenommem. Greg Beyer unterrichtet Schlagzeug an der Northern Illinois University.

Alexandre Lunsqui (Komposition) wurde in Sao Paolo, Brasilien geboren. Er studierte an der Campinas University, der University of Iowa und der Columbia University. Seine Lehrer waren Tristan Murail, Jeremy Dale-Roberts und Fred Lerdahl. 2003 studierte er am IRCAM Komposition und Computermusik u.a. bei Brian Ferneyhough, François Bayle und Jonathan Harvey. In Brasilien gründete er das Sanum Ensemble, das sich Kammermusik, Multimedia und improvisierter Musik widmet. Kompisitionen Lunsquis wurden u.a. bei den Internationalen Ferienkursen in Darmstadt und den Festivals Musica Nova, Creative Music Festival, Music at the Anthology, Are you Brave(?), Boston Contemporary Music Week, Yellow Barn,  und Resonances uraufgeführt.

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