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Programm 2003/2004 - LUIGI NONO

2003
24.9.–28.9. Saarbrücker Kammermusiktage: „Musica veneziana“ SKMT e.V. in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Saarbrücken,SR 2 KulturRadio und der Hochschule für Musik Saar
24.9. 1. Ensemblekonzert des SR 2003/2004 Luigi Nono: „Hay que caminar“ sognando für 2 Violinen Werke von Giovanni Gabrieli, Antonio Vivaldi, Gian Francesco Malipiero und Bruno Maderna Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken Schloßkirche Saarbrücken, 20 Uhr Live-Übertragung in SR 2 KulturRadio, 20.04–22.30 Uhr
26.9. 1. Saarbrücker Kammerkonzert 2003/2004 in Zusammenarbeit mit Netzwerk Musik Saar Luigi Nono: Fragmente, Stille – An Diotima für Streichquartett Werke von Gian Francesco Malipiero, Bruno Maderna und Stefano Scodanibbio (UA) Quartetto Prometeo (Bologna) Hochschule für Musik Saar, Konzertsaal, 19 Uhr Sendetermin: SR 2 KulturRadio, 26.11.2003, 20.04 Uhr
29.9./30.9. 2. Sinfoniekonzert des Saarländischen Staatsorchesters in Zusammenarbeit mit Netzwerk Musik Saar Luigi Nono: Polifonica-Monodia-Ritmica Werke von Udo Zimmermann und Wolfgang Amadeus Mozart Leitung: Udo Zimmermann Congresshalle Saarbrücken, 20 Uhr
14.10.–17.10. Tage für Interpretation und Auffhrungspraxis: Musik und politische Utopie in Zusammenarbeit mit Netzwerk Musik Saar Hochschule für Musik Saar
15.10. Lecture-Recital zu Leben und Werk Luigi Nonos mit Nuria Schoenberg Nono und Stefan Litwin Hochschule für Musik Saar, Konzertsaal, 19 Uhr Sendetermin: SR 2 KulturRadio, 12.2.2004, 20.04 Uhr
5.11. Eröffnung der Vortragsreihe „Musik und politische Utopie“ Philosophische Fakultät I der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Musik der Hochschule für Musik Saar und Netzwerk Musik Saar
Vortrag – Musik Matteo Nanni: Musik nach Auschwitz Luigi Nono: Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz für Tonband Saarland Museum Saarbrücken, Vortragssaal, 18.30 Uhr
26.11. Vortrag Andreas Krause: Hans Werner Henze und die Politik Saarland Museum Saarbrücken, Vortragssaal, 19 Uhr
Der deutsche Komponist Hans Werner Henze gehört zu den Komponisten, die zumindest bis in die achtziger Jahre eine bewußt politische Haltung mit ihrem Komponieren verbanden. Das politische Geschehen in der Folge der Studentenrevolution ist auf vielschichtige Weise in Henzes Musik reflektiert, äußerlich mag dafür etwa das Rudi Dutschke vorrübergehend gewährte Asyl in Henzes Haus in Italien sowie Henzes Aktivität in Kuba stehen.
Andreas Krause, Privatdozent an der Universität des Saarlandes und Lektor beim Schott-Verlag in Mainz, wird in seinem Vortrag das politisch ambitionierte Oeuvre Hans Werner Henzes und seine Verstrickung ins politische Geschehen darstellen und kritisch beleuchten.
10.12. Vortrag – Musik Andreas Wagner: Nono und Cage – zwei politische Konzepte? John Cage: Three Dances for prepared piano Lei Nakamura und Akiko Okabe, Klavier Saarland Museum, Moderne Galerie, Vortragssaal, 19 Uhr
Den nächsten Vortrag innerhalb der Netzwerk-Reihe "Musik und politische Utopie" hält der Saarbrücker Musikwissenschaftler Dr. Andreas Wagner. Wagner referiert am Mittwoch, den 10. Dezember 2003, 19.00 Uhr im Vortragssaal der Modernen Galerie über das Thema "Nono und Cage - zwei politische Konzepte?".
Der Vortrag wird durch einen musikalischen Beitrag der Pianistin Lei Nakamura ergänzt. Lei Nakamura interpretiert John Cages Werk Sonatas and Interludes for Prepared piano.
Steht Luigi Nono für eine Musik unter den Vorzeichen eines direkten, geradezu tagespolitischen Engagements im Kontext der kommunistischen Bewegung, so verfolgte John Cage allgmeinphilosophische Ziele, die mit dem Aufbrechen der musikalischen Kunstform verbunden sind. Dort wo Luigi Nono für engagierte Musik stand, vertrat Cage die Absichtslosigkeit von Kunst und d ie Befreeiung von allen gesellschaftlichen, auch allen politischen Zwängen. Es nimmt nicht wunder, dass sich dieser Gegensatz in der persönlichen Auseinandersetzung beider Komponisten und der ihrer Anhänger deutlich niederschlug und zu einem Wesenzug der musikalisch-ästhetischen Entwicklung nach 1945 wurde. Der Vortrag wird, über die Darstellung der politisch-ästhetischen Konzeptionen Nonos und Cages hinaus, die Aktualität beider Konzepte zur Diskussion stellen.
2004
14.1. Vortrag – Musik Stefan Fricke: Fluxus und Politik Saarland Museum Saarbrücken, Vortragssaal, 19 Uhr
Die Vortragsreihe "Musik und politische Utopie" wird im Jahr 2004 fortgesetzt mit Ausführungen von Stefan Fricke zum Thema "Fluxus und Politik".Stefan Fricke hält seinen Vortrag am Mittwoch, den 14. Januar 2004, 19.00 Uhr, im Vortragssaal der Modernen Galerie des Saarland Museums.
Fluxus ist artistischer Humor, Amüsement und Alltagserkundung. Zugleich ist Fluxus der Kampf gegen die Bürgermusik. Sie und ihr Abonnentenpublikum mit ihrem eigenen Inventar zu attackieren - von extremer Sanftheit bis zur brüsken Zerstörung - ist ein zentrales Kennzeichen von Fluxus-Musik. Darin schon politisch, wird‘s mit der Gründung der fluxistischen Aktionsgruppe gegen kulturellen Imperialismus dezidierter. Allerdings ist dies nur eine Variante innerhalb des immens weitverzweigten Fluxus-Phänomens. Und sie ist historisch, indes ist ihr gesellschaftskritischer Ansatz bis heute gültig.
Stefan Fricke, geboren 1966 in Unna, arbeitete nach dem Studium der Musikwissenschaft und der Germanistik mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachrichtung Musikwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Er lebt als Publizist in Berlin. Lehraufträge zur Musik der Gegenwart an der Universität des Saarlandes, den Universitäten Dortmund, Köln, Dresden, Leipzig und der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Er ediert verschiedene Schriftenreihe zur zeitgenössischen Musik, ist Mitglied im Redaktionsbeirat der Musikzeitschrift Positionen, ständiger Mitarbeiter der Neuen Zeitschrift für Musik und Vizepräsident der Deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik.
29.1. Zum 80. Geburtstag Luigi Nonos Sondersendung von „Mouvement – Die Welt der Neuen Musik“ SR 2 KulturRadio, 20.04 Uhr
15.2. Konzert „Luigi Nono und venezianische Meister des Frühbarock“ Ludwigskirche Saarbrücken, 18 Uhr (Sendetermin: SR 2 KulturRadio, 13.3.2004, 17.30 Uhr)
Luigi Nono (1924 - 1990) Canto per 13
Giovanni Gabrieli (1557 - 1613) Canzon septimi toni à 8 Nr. 1 Canzon duodecimi toni à 10 Nr. 4 Canzon duodecimi toni à 10 Sonata pian’e forte à 8 Canzon duodecimi toni à 10
Joseph Haydn (1732 - 1809) Sinfonie Nr. 88 G-dur
Luigi Nono Polifonica – Monodia - Ritmica
Ensemble des Instituts für Alte Musik der Hochschule für Musik Saar Leitung: Henning Wiegräbe
Das Orchester der Hochschule für Musik Saar Leitung: Peter Rundel
Vereinigung für Musik in der Ludwigskirche in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Saar, dem Saarländischen Rundfunk und Netzwerk Musik Saar
17.2. Das Thema Stefan Fricke: Kommunistische Töne gibt es nicht SR 2 KulturRadio, 9.04 Uhr
18.2. Vortrag – Musik Rainer Hudemann: Luigi Nono als „politischer“ Komponist Luigi Nono: La fabbrica illuminata Dorothea Brand, Stimme Saarland Museum - Moderne Galerie, 19 Uhr
26.2. „Forum Neue Musik spezial“
Netzwerk Musik Saar in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen
Rundfunk und dem Beirat für Musik in der
Stiftskirche
Luigi Nono: La lontananza nostalgica utopica futura (1988/89) für Solovioline, 8-Spur-Band und 8-10 Notenständer
Melise Mellinger, Violine; Bernd Thewes, Klangregie Moderation: Wolfgang Korb
Stiftskirche St. Arnual, Saarbrücken, 20 Uhr Live-Übertragung in SR 2 KulturRadio
„La lontananza nostalgica utopica futura“ ist Nonos vorletzte vollendete Komposition; in ihr kommt die für das gesamte Spätwerk des Komponisten repräsentative Suche nach Klang (als Synonym für Wahrheit, Schönheit, Leben) exemplarisch zum Ausdruck. Der Titel, wörtlich übersetzt: „die nostalgisch-utopisch-zukünftige Ferne“, steht für das ziellose Umherstreifens des Menschen – verkörpert durch den Geiger – auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens. In den achtziger Jahren hatte Luigi Nono einen Spruch zum Motto seines Komponierens (und damit seines Lebens) gewählt, den er während einer Spanienreise auf einer Klostermauer in Toledo entdeckte:„Caminante no hay caminos hay que caminar“ („Wanderer, es gibt keine Wege, es gibt nur das Gehen“).
Entscheidend für Wesen dieses außergewöhnlichen Violinwerkes ist die kompositorische Vorgabe, dass sich seine Form und Struktur erst im Prozess der Interaktion zwischen Solist und Klangregisseur entwickeln – es handelt sich also keineswegs um ein „Konzert“ für Solo und Begleitung. Das achtspurige Tonband stellt nämlich keine fertige „zweite Stimme“ dar, sondern vielmehr einen reichen Fundus unterschiedlicher Klangmaterialien (teilweise auf Spieltechniken des Geigers Gidon Kremer basierend, darüber hinaus aber auch diverse Umweltgeräusche beinhaltend) – einen Fundus, aus welchem der Klangregisseur im Verlaufe der etwa einstündigen Aufführung seine Auswahl trifft, wobei er wiederum sensibel auf den Violin-Solopart zu reagieren hat.
17.3. Vortrag – Musik Lorenz Dittmann: Nono und Carlo Scarpa – Zum Verhältnis von Musik und Architektur Luigi Nono: …sofferte onde serene… für Klavier und Tonband Studierende(r) der Hochschule für Musik Saar Hochschule für Musik Saar, Konzertsaal, 19 Uhr
9.6. Vortrag Christoph Wagner: Musikalische Utopien in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts
anschließend:
Podiumsgespräch Über den Gartenzaun. Luigi Nono und die schönen Künste SR 2 KulturRadio in Zusammenarbeit mit Netzwerk Musik Saar Saarland Museum Saarbrücken, Vortragssaal, 18.30 Uhr Sendetermin: SR 2 KulturRadio, 19.9.2004, 20.04 Uhr
23.6. Konzert: Nonos Umfeld Vereinigung der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Saar in Zusammenarbeit mit Netzwerk Musik Saar Werke von Luigi Nono, Bruno Maderna, Giovanni Gabrieli, Helmut Lachenmann u.a. Ensembles der Hochschule für Musik Saar Leitung: Eduard Brunner Hochschule für Musik Saar, Konzertsaal, 19 Uhr (verlegt vom 02.06.04!)
17.9. Luigi Nono: Intolleranza 1960 – Premiere Saarländisches Staatstheater Inszenierung: Christian Pöppelreiter Ausstattung: Daniel Libeskind
zur Staatstheater-Produktion: Ausstellung zu Leben und Werk Luigi Nonos Netzwerk Musik Saar in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Staatstheater Konzeption: Archivio Luigi Nono, Venedig Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken (Mittelfoyer)
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