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Bisherige Netzwerk-Projekte
Italianità 2005 - 2006 Italienische Musik und Kunst zwischen Renaissance und Gegenwart

Das Jahresprogramm 2005 - 2006 von Netzwerk Musik Saar widmet sich - komplementär zum Programm der Musikfestspiele Saar - der Geschichte und Gegenwart italienischer Kunst und Musik von der Renaissance bis heute.
Die italienische Musik hat sich seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerade in der Auseinandersetzung mit dem wiederentdeckten musikalischen Erbe, insbesondere der Musik von 1400 bis 1700, erneuert.
Ansätze für eine neue musikalische Sprache waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch mit der Überwindung der musikalischen Romantik sowie der Dominanz des Operngenres verbunden. Bereits die Generation von Gian Francesco Malipiero (1887-1973), der maßgeblich an der Wiederentdeckung der Musik Claudio Monteverdis und Antonio Vivaldis beteiligt war, steht für einen musikalische Neuorientierung, die schließlich die Grundlagen für die Entwicklung der italienischen Musik nach 1945 legen sollte.
Einflüsse der Zweiten Wiener Schule, von Luigi Dallapiccola (1904-1974) bis Camillo Togni (1920-1992), leiten die Öffnung der italienischen Musik zur musikalischen Avantgarde nach 1945 ein, die von Bruno Maderna (1920-1973), Luigi Nono (1924-1990), Franco Evangelisti (1926-1980), Luciano Berio (1928-2001) und vielen anderen Komponisten gerade in und von Italien aus zu weitreichender, heute beständig andauernder Entwicklung in der jüngeren und jüngsten Generation geführt wurde.
Die nähere Beleuchtung des Verhältnisses dezidiert Alter und Neuer Musik aus Italien wird thematisch nicht allein durch die Gegenüberstellung alter und neuer Werke der Musik in Konzerten gewährleistet werden. Die thematische Bündelung regionaler Kulturinstitutionen, regionaler künstlerischer und kultureller Kompetenzen wird eine Betrachtung des Themas in seinem kulturellen und wissenschaftlichen Kontext und, nicht zuletzt, eine didaktisch profilierte Vermittlung an ein breites Publikum über alle Altersgrenzen hinweg ermöglichen. Diese Aufgabe, die sich aus der satzungsgemäßen Zielsetzung von Netzwerk Musik Saar ableitet, soll auch 2005 durch eine institutionelle, thematische wie fachliche Grenzüberschreitung gewährleistet werden.
Eine Reihe von Uraufführungen, für die Netzwerk Musik Saar renommierte Komponisten der mittleren und jüngsten Generation auf internationaler Ebene gewinnen konnte, wird das Programm profilieren. In Deutschland bislang kaum bekannte Aspekte Italienischer Musik nach 1945 werden ausgiebig dokumentiert und die Grenzen zur freien Improvisation wie zum Jazz überschritten werden.
Besondere Bemühungen gelten der Darstellung des allgemeinen kulturellen Hintergrundes italienischer Musik und der Darstellung des Wechselverhältnisses zwischen der Musik und ihren Schwesterkünsten. Bildende Kunst, Performance, Tanz, Theater und Literatur, aber auch eine fachlich fundierte wissenschaftliche Vertiefung der Thematik sind nicht nur ein passender Rahmen für eine Reihe von Konzerten, sondern Beiträge zu einem kulturellen Diskurs, die auch die Rezeption in unserer Region widerspiegeln und dadurch über sie hinaus wirken sollen.
2004
InZeit Ensemble für aktuelle Musik Claas Willeke - Christof Thewes - Dr. Andreas Wagner Gründungskonzert am 8. September 2004
Gründungskonzert am 8. September 2004
Christof Thewes Requiem (2003/2004) für 3 Solisten und Kammerensemble
Claas Willeke In Solis Currum (2003/2004) für 1 SolistIn und Kammerensemble
Zeynep Gedizlioglu N.N. (2004)
Elektronik und Improvisationen Ensemble und Wagner/Willeke/Thewes
Das Konzert orientiert sich am Grundgedanken des Ensembles. Die Herausforderung für die Komponist/innen wird die obligate Umsetzung der drei musikalischen Elemente Komposition, Improvisation und Elektronik sein. Die dafür ausgesuchten Komponist/innen sind geographisch wie musikalisch sehr unterschiedlicher Herkunft, geeint durch die inhaltlichen Vorgaben versprechen sie ein breites künstlerisch musikalisches Spektrum. Die Besetzung mit Mitgliedern der Hochschule für Musik Saar, Dozenten sowie Studierenden, improvisierenden Musikern und Instrumentalist/innen des SR verspricht einen ungewöhnlichen Ensemblecharakter. Der angestrebte Ensembleklang wird sich bei diesem Konzert zum ersten Mal formen; er soll sich in den weiteren Projekten zu etwas Eigenem entwickeln.
Netzwerk Musik Saar verfolgt im Zusammenhang mit der Vermittlung seiner künstlerischen Projekte immer auch pädagogisch-didaktische Ziele; es sollen durch besondere Angebote im Rahmen des Möglichen “Junge Ohren“ erreicht werden. Das Saarländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft ist dabei ein überzeugter und deshalb engagierter Partner.
Das wird auch im Zusammenhang mit dem Gründungskonzert des Ensembles InZeit so sein:
Die öffentliche Generalprobe soll als moderierte Veranstaltung vor Schülerinnen und Schülern unter Beteiligung der Komponisten einen pädagogisch-didaktischen Schwerpunkt setzen, den das Ensemble als Teil des Vermittlungsprogramms von Netzwerk Musik Saar anbieten wird. Die Vermittlung zwischen Musik- und Kunstformen, die wesentlicher Bestandteil der inhaltliche Konzeption des Ensembles ist, wird besondere didaktische Möglichkeiten eröffnen. Es besteht die sicher berechtigte Hoffnung, dass die Durchbrechung der für Neue Musik üblichen Konzertsituation durch die Einbindung der musikalischen Improvisation und der neuen elektronischen Medien der Realitätswelt der jungen Generation auf vielfältige Weise entgegenkommen wird.Das Konzert wird durch die Kooperation von Netzwerk Musik Saar mit Hochschule für Musik Saar und dem SR ermöglicht. Es wird bisher von der Landeshauptstadt Saarbrücken und dem Deutschen Musikrat gefördert.
Projekt FARBE-KLANG-ZEIT Imaginationen im Raum Ludwigskirche Saarbrücken, 6. Juli 2004, 19.00 Uhr
Hanns Eisler Musik und politische Utopie 24. - 27. Juni 2004
2002 - 2003: Musik und junge Ohren
In der Region wird Neue Musik seit Jahrzehnten in den unterschiedlichen Bereichen des kulturellen Lebens vermittelt. Eine offene Diskussion der Erfahrungen, die Erarbeitung neuer Inhalte in Workshops und Symposien sollte dafür neue Anstöße liefern. Im Sinne einer zukunftsorientierten Strategie wurde innerhalb des Symposions der Arbeit mit und der Beobachtung von jungen bis sehr jungen Hörern besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade die spontane Reaktionsfähigkeit auf Musik im Kindesalter gebietet ja besondere Förder- und Vermittlungsanstrengungen.
Als Entrée zur Programmatik Junge Ohren hatte Netzwerk Musik Saar unter dem Titel Forum Neue Musik spezial Neue Musik im Saar-Lor-Lux-Raum in der Stadtgalerie Saarbrücken am 13.06.2002 eine vom SR live übertragene Podiumsdiskussion mit musikalischen Beiträgen durchgeführt. Die Veranstaltung, die im Rahmen des Monats der Musik stattfand, versuchte eine Bestandsaufnahme der spezifischen regionalen und institutionellen Situation zeitgenössischer Kunst und Musik und stellte damit zugleich neue Perspektiven ihrer Vermittlung zur Diskussion. Die Veranstaltung hatte exponierte Protagonisten der Neuen-Musik-Szene der Region Saar-Lor-Lux vereint, deren professioneller wie institutioneller Erfahrungshintergrund zunächst porträtiert wurde. In einer abschließenden Diskussion wurden Erfordernisse diskutiert, die geeignet sind, der zeitgenössischen Musik ein breites aufgeschlossenes Publikum zu erschließen.
Vergleichbare Anstrengungen unternahmen die Tage für Interpretation und Aufführungspraxis (4. - 7. 10. 2002) in der Saarbrücker Musikhochschule. In diesem bundesweit einmaligen Meisterkurs, der ein interdisziplinäres praktisches und theoretisches Arbeiten von unterschiedlichen Instrumentalisten ermöglicht, stand erstmals die Musik- und Konzertpädagogik in einem besonderen Blickfeld. Interpretatorische und aufführungspraktische Fragestellungen wurden dabei konkret an den einzelnen Werken in Form von Einzelunterricht und Interpretenworkshops durch hervorragende Instrumentalisten vermittelt. Grundfragen der Herangehensweise an die Interpretation von Musik und ihre Vermittlung im Instrumentalunterricht wurden auf diese Weise an Musikstudenten aus qualifizierter Hand weitergegeben und gaben Anstöße zum Instrumentalstudium und für die eigene Lehrtätigkeit.
Die Aktivitäten zum Jahresmotto Junge Ohren wurden im Januar 2003 fortgesetzt mit einem Symposion und einem Workshop in der Musikhochschule am 30. und 31. Januar 2003. Die Veranstaltung richtete sich an den gesamten musikalischen Nachwuchs. Kinder im Vorschulalter, Grundschulkinder, Schüler/-innen an Gymnasien und an Musikschulen, Studenten der Musikerziehung, Schulmusik und Musikwissenschaft sowie Lehrende in allen diesen Bereichen wurden mit speziellen Workshops und dem Symposion dezidiert von hervorragenden Spezialisten angesprochen. Inhaltlich war das Spektrum der Veranstaltung nicht weniger breit aufgefasst. Es reichte vom engagierten Kinderlied (Wolfgang Kindel) über vokalen Jazz im Grundschulunterricht (Uli Fuehre) und die Interpretation graphischer Partituren Leon Schidlowskys durch Schüler an Gymnasien (Wolfgang Rüdiger) bis hin zur pädagogisch-wissenschaftlichen Reflexion im Symposion (u.a. unter Beteiligung von Wilfried Gruhn und Renate Jung-Kaiser). Die Vermittlung zeitgenössischer Musik, die Verbesserung der Ausbildung des musikalischen Nachwuchses, die Erschließung eines kulturell aufgeschlossenen Publikums und die nachdrückliche Förderung der musikalisch-künstlerischen Kreativität junger und jüngster Ohren waren die mit der Veranstaltung angestrebten Ziele.
2003-2004: Luigi Nono
Netzwerk Musik Saar hat in Zusammenarbeit mit seinenn unterschiedlichen Kooperationspartnern, sein Jahresprogramm 2003/2004 dem italienischen Komponisten Luigi Nono (1924-1990) gewidmet. Netzwerk Musik Saar wirkte so auf vielfältige Weise daran mit, eine möglichst breite Öffentlichkeit für das künstlerische Werk eines der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts zu interessieren.
2001: Zum 50. Todestag von Arnold Schönberg mit der Schönberg-Tochter Nuria Schönberg-Nono
2000: KörperSpracheMusik A l'Intérieur de la vue - Weltinnenraum der Klänge Beitrag für die EXPO in Hannover
1999: “...wie die Zeit vergeht” Musik als Zeitkunst
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